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Leute, ich bin immer noch am Schwelgen! Selten bin ich so ein schönes Rennen wie heute in Burggen gefahren: fünf Grad, strömender Regen und ein peitschender Gegenwind – was will man mehr? Okay, lassen wir den Ironiemodus einmal beiseite … die heurige Austragung des Burggener Straßenpreises war ein echtes April-Desaster und somit war ich äußerst froh darüber, dass die Renndistanz meines Jedermannbewerbs gerade einmal 50 Kilometer betrug. Dass diese sich bei solch widrigen äußeren Bedingungen allerdings kaugummiartig in die Länge ziehen können, musste ich bald erfahren – brrr …

Trotz des Hundewetters hatten sich immerhin mehr als 30 Fahrer vor der Startlinie des zehn Runden langen Wettkampfs versammelt – darunter auch einige bekannte Gesichter wie Andi Hatzelmann (Mindelheim) und Armin Praml (Dachau). Ich begann das Rennen dabei verhalten, schließlich erwartete ich bei diesen Bedingungen keine frühen Attacken – ein Fehler, wie sich bald herausstellen sollte: Am Ende der zweiten Runde löste sich nämlich eine fünf Mann starke Gruppe – unter anderem mit Armin – und ehe ich mitbekam, wo der Bär tant, war die Meute schon im regengrauen Dunstschleier des Allgäus verschwunden.

Da sich auch der Vorjahressieger Christian Strebl unter den Ausreißern befand und hinten keiner Nachführarbeit leisten wollte, war sehr bald klar, dass der Sieger aus dieser Fünfergruppe stammen würde. Ab Umlauf drei riss dann auch das Verfolgerfeld auseinander, so dass ich mich in einer siebenköpfigen Gruppe wiederfand: vier Fahrer der Soli Dachau, zwei Münchner Schwalben und ich.

In Folge meiner mannschatliche Unterzahl entschied ich mich recht bald auf den Schlussspurt zu warten und etwas Kräfte zu sparen – es folgte der in der Überschrift angesprochene, frostige Teil des Rennens: Meine Finger wurden immer tauber, mein Gesicht immer verschlammter und als das Tempo auf den Geraden stellenweise unter 35 fiel, begann ich vor Kälte zu zittern. Das Läuten der Schlussglocke war daher wie eine Erlösung. Meine Mitstreiter sahen es wohl ähnlich: Ein Dachauer attackierte nämlich und eine Schwalbe sowie ein weiterer Dachauer setzten nach. Ich klemmte mich an dessen Hinterrad und wartete auf den richtigen Moment.

Der kam 800 Meter vor dem Ziel, als wir die Flüchtigen wieder stellten: Ich griff an und konnte schnell ein Loch reißen: So ging ich als relativ sicherer Sechster in die letzte Kurve, als mir auf der vom Veranstalter wirklich sehr schlecht abgesicherten Strecke plötzlich zwei Spaziergänge entgegenkamen. Um eine Kollission zu vermeiden, musste ich fast auf null abbremsen und neu antreten – damn! Das zuvor gerissenes Loch war allerdings groß genug, so dass ich den sechsten Platz letztendlich auch behielt.

Mein Fazit fällt etwas gemischt aus: Positiv ist sicherlich, dass ich zu keinem Zeitpunkt des Rennens Probleme mit meinen Kräften hatte und zumindest in meiner Verfolgergruppe einige Akzente setzen konnte. Das ist gleichzeitig aber auch ein negativer Faktor: Wäre ich in den ersten beiden Runden nicht im Schla versunken, hätte es sicherlich weiter nach vorne gehen können.

Ergebnis Burggener Straßenpreis Jedermannrennen 2012
1. Schiller Christian RSG Burgau
2. Strebl Christian Vils (Österreich)
3. Jost Alar Team Tour
4. Pietzonka Michael Al-Ko Tri Augsburg
5. Praml Armin Team Drinkuth
6. Müller-Schell Werner Team Nutridual
7. Brugger Arian Team Drinkuth
8. Schauer Christoph RC die Schwalben München
9. Österreicher Gerhard Soli Dachau
10. Höchst Christian RC die Schwalben München
11. Anders Matthias Dachau
12. Bucher Jörg Soli Dachau
13. Cam Ferdi Germering
14. Fischer Andreas Soli Dachau
15. Mössmer Benedict TSV Oberammergau
16. Schels Sebastian Team Tour

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