Buch-Tipp

Gesamtsieg bei Albstadt-Rundfahrt

Die Albstadt-Rundfahrt ist ein ganz besonderes Rennen. Der Grund hierfür ist die tolle Atmosphäre. Die drei Etappen des Jedermann-Bewerbs sind abwechslungsreich gestaltet und das Teilnehmerfeld eine gute Mischung aus Amateur- und Hobbyfahrern. Da die jeweiligen Abschnitte im Vorfeld der Frauen-Rundfahrt stattfinden, wird im Anschluss zudem noch toller Sport zum Zuschauen geboten. Für mich war die diesjährige Ausgabe ein Formtest für die Journalisten-WM in vier Wochen. Und dieser gelang absolut: In der Elite-Kategorie konnte ich nicht nur einen Etappensieg sichern sondern nach drei Tagen auch das weiße Trikot des Gesamtsiegers nach Hause nehmen.


1. Etappe: Truchtelfingen (18 km)

Gemeinsam mit Chris Leiter und Andi Batzek startete ich für den RC Concordia. Schon beim Besichtigen der ersten Etappe war uns klar, dass es kein lockerer Auftakt wird. Zwar war die Renndistanz relativ kurz, der Kurs aber mit so vielen Kurven und Schlaglöchern versehen, dass man fast genauso mit einem Downhill-Fully fahren hätte können.

Um das Sturzrisiko zu minimieren, hielt ich mich also immer im vorderen Bereich auf. Und das gelang gut. So war ich schnell Teil einer achtköpfigen Spitzengruppe, die sich vom Feld lösen konnte. Mit Chris hatte ich sogar noch einen Teamkollegen dabei. Während er sich im abschließenden Sprint Platz fünf erkämpfe, hielt ich mich aber zurück. Als Achter blieb ich dennoch zeitgleich mit dem Sieger Zdenek Peceny (Seerose Friedrichshafen) und hatte die Elite-Konkurrenz gewonnen.

Aus diesem Grund durfte ich eine Stunde später auch nochmal ran: Das Race of Champions, ein Rennen der sieben Altersklassen-Sieger, über gerade einmal vier Kilometer war angesagt. Hier trafen wir alle eine Vereinbarung, nicht zu attackieren und auf Show zu fahren, um Kräfte für die beiden nächsten Etappen zu sparen. Leider hielten sich ein Senioren- und ein U23-Fahrer nicht daran. Ich wurde der Attacke des letzteren so überrascht, dass ich nicht mehr kontern konnte. Peceny holte sich gelb, ich wurde Dritter.

2. Etappe: Pfeffingen (40 km)

Für die Bergetappe war ich besonders motiviert. Zum einen wollte ich mein weißes Leader-Trikot in der Elite verteidigen, zum anderen mir eine möglichst gute Position im Gesamtklassement erkämpfen. Bereits am ersten von vier drei Kilometer langen Anstiegen erhöhte ich das Tempo, so dass die Spitzengruppe auf 20 Fahrer schrumpfte.

Am zweiten Anstieg dann die rennentscheidende Szene: Peceny attackierte. Nur der starke Mountainbiker Marcel Reiser und ich konnten seinem Angriff folgen. Zu dritt arbeiteten wir richtig gut zusammen. Wie ein Mannschaftszeitfahren lief das Rennen ab. Marcel gewann schließlich die Etappe, Peceny festigte das gelbe und ich das weiße Trikot. Die nächsten Konkurrenten kamen erst Minuten nach uns ins Ziel. In der Gesamtwertung führten Zdenek und ich vor dem letzten Tag nun mit über drei Minuten zeitgleich. Ein spannendes Finale! Stark auch Chris und Andi, die mit Platz vier und Rang 26 den dritten Platz in der Mannschaftswertung sicherten.

3. Etappe: Tailfingen (43 km)

Um Peceny vom Thron zu verträngen hätte ich zwar nur eine Sekunde herausfahren müssen, aber dieses Unterfangen schien auf dem windigen, fast flachen Stadtkurs unmöglich. Und so kam es: Zwar versuchte ich einige Male zu attackieren, aber ich konnte mich nicht lösen. Auch Zdenek nicht. Zu ungünstig waren die Bedingungen für einen Ausreißversuch. Kurz vor dem Schlusspurt einigten wir uns deshalb auf das bestehende Ergebnis. So mussten wir nicht mehr in den riskanten Sprint eingreifen.

Dieser wäre mir sowieso zu gefährlich gewesen. Immerhin fuhr im Feld ein Fahrer mit, der an Risikobereitschaft, Rücksichtslosigkeit und Unfreundlichkeit kaum zu überbieten war. Er hatte an allen drei Tagen mit seiner Fahrweise die Sicherheit der anderen Teilnehmer mehrmals gefährdet. Wenn es diese Eigenschaften für den Sieg auf so einer Strecke benötigt, verzichte ich gerne. Dass man auch anders gut Rad fahren kann, zeigt die abschließende Gesamtwertung, in der er letztlich keine Rolle spielte.

Das Ranking blieb zum Vortag wie erwartet unverändert. Zdenek, der im Übrigen nicht nur ein sauguter Fahrer sondern ein echt netter Kerl ist, holte sich seinen dritten Albstadt-Sieg in Folge, ich belegte zeitgleich den zweiten Rang. Der Dritte lag bereits 3:10 Minuten zurück. Mein Teamkollege Chris wurde starker Fünfter und Andi respektabler 22. In der Teamwertung holten wir uns den dritten Platz, so dass wir alle drei reich beschenkt die Heimreise nach München antreten konnten!


Es war ein tolles Rennwochenende, in dem wir auch viel Spaß neben der Rennstrecke hatten. Vor allem die Seerose-Jungs sind echt gut drauf! Stichwort “Emiiiillliiieeee” :D Nun werde ich eine zweiwöchige Wettkampf-Pause einlegen, bevor ich am 4. September beim Oberland-Cup wieder in das Geschehen eingreifen werde!

Ergebnisse Albstadt-Rundfahrt 2010

Fotos Albstadt-Rundfahrt 2010 (von Andrea Leiter)

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