Nieselregen der Gefühle am Gerlosberg
Eine romantische Überschrift für einen absolut unromantischen Tag. Aber die Erklärung dafür ist simpel: Scheiß-Wetter bei dem ich mich scheiße gefühlt habe. Schon am Morgen hatte ich auf alles andere Lust al auf Radlrennen. Dementsprechend abwesend war ich mit den Gedanken, als ich mich auf den Weg ins Zillertal machte. Zum ersten Mal nahm ich am Gerlosbergrennen teil. Gleichzeitig war es für mich auch der erste richtige Hillclimb der Saison für.

Mit Thomas Schweiger und Stefan Oettl hatten sich noch zwei mir bekannte “varruckte Bayern” an den Start gestellt. So war das Warmfahren auf der Rolle zumindest etwas spaßig. Natürlich tauschten wir uns über das Streckenprofil aus (“I woaß nur, dass es acht Kilometer und 600 Höhenmeter sand”) und Thomas gab mir noch den Tipp, lieber ein 29er- als mein geplantes 25er-Ritzelpaket zu montieren. Ein weißer Rat, wie sich später herausstellen sollte – die acht Kilometer waren nämlich eigentlich nur fünf bergauf. Dazu noch die eiskalten Temperaturen um fünf Grad und Nieselregen … servus!

Das Rennen begann auf jeden Fall sakrisch steil. Direkt nach Ende der Einroll-Neutralisation baute sich eine steile Wand vor mir auf, auf die ich gerne verzichtet hätte. Schnell war ich auf dem 26er-und sehr bald auch auf dem 29er unterwegs. Und trotzdem war es ein Gewürge. Erst nach der Hälfte fand ich einen akzeptablen Rhythmus und konnte mit Tobias Heis vom RC Tirol gut zusammenarbeiten. Aber da ging es nur noch um Platz 33 …
Vor allem in den nicht enden wollenden steilen Rampen machte Tobi richtig Druck und ich hatte Mühe, sein Hinterrad zu halten. Aber Platz 33 herschenken?
Der Sprint war auf jeden Fall eine spannende Sache, ich ich um Reifenbreite für mich entscheiden konnte. Eigentlich hätte ich Tobi,der die meiste Führungsarbeit gemacht hatte, den Vortritt lassen müssen, aber im Eifer des Gefechts
4:42 Minuten hinter dem Sieger Andreas Traxl (Team Mooserwirt) überquerten wir nebeneinander die Ziellinie. Eine ganz schöne Menge für eine so kurze Strecke. Auf Thomas Schweiger (starker Achter) hatte ich 2:08 Minuten abgeben müssen, an Stefan Oettl (Zehnter) 2:05. Immerhin wäre ich virtuell beste Frau geworden
Richtig zufrieden kann ich damit natürlich nicht sein. Aber hey … es war der erste Hillclimb des Jahres. Und es war ein scheiß Tag. Ein Nieselregen der Gefühle halt! Und wirklich Höhenmeter habe ich bisher im Training ja auch noch nicht gemacht. Die folgen in den nächsten Wochen und dann sollte es beim Wattener Bergrennen in einem Monat schon wieder a Stückerl nach vorne gehen
(alle Fotos von Walter André, www.sportfotos-andre.at)
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