Eier-Tag im Grünbachtal
Seit zehn Tagen ist der Wettergott wohl im Urlaub. Es regnet nur noch, hab ich so das Gefühl. Bis auf die Sonnenstrahlen am vergangenen Wochenende ist derzeit alles grau und nass und kalt. Training kann man da vergessen – also besser gleich Rennen fahren
Aus diesem Grund habe ich beschlossen, diese Woche gleich drei Wettkämpfe zu bestreiten: Ein Zeitfahren, ein Berg und ein Straßenrennen. Das Zeitfahren war heute an der Reihe: Im österreichischen Offenhausen gab es 23 Kilometer gegen die Uhr und gegen 18 Profis zurückzulegen …

Ja, richtig gelesen: 18 Berufsradler standen am Start! Abartig, wie gut die österreichischen Zeitfahren besetzt sind! Der größte Gegner war heute allerdings das Wetter. Den ganzen Tag regnete es Katzen und Hunde und es gab schon vor Rennbeginn keine Möglichkeit überhaupt trocken zu bleiben. Ich fuhr mich auf meiner Rolle zumindest etwas warm, bevor ich zum Start rollte. Bei dem Wetter hielt sich meine Lust in Grenzen. Ich kannte den Streckenverlauf nicht und deshalb war das event wie ein großes Überrachungsei für mich.
Und tatsächlich: Wie die Eier hatte auch mein Wettkampf zwei Hälften: Eine tolle erste und eine mittelmäßige zweite. Die erste war deshalb gut, weil ich sofort einen schnellen Rhythmus finden konnte und mich trotz des Sauwetters richtig wohl auf meinem Radl fühlte. In der zweiten verlor ich meinen Elan allerdings. Zum einen machte mir ein “Sitzproblem”, das ich seit zwei Wochen habe, sehr zu schaffen und zum anderen ging mir auch der Kampfgeist verloren.
Ob es die stressigen Tage der letzten Woche waren, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war ich auf den letzten fünf Kilometer nicht mehr bei 100 Prozent. Aber das soll keine Ausrede sein. Meine Zeit im Ziel stoppte schließlich bei 31:36 Minuten (Schnitt 42,7 km/h) und viel schneller hätte ich bei meinen heutigen Vorraussetzungen auch nicht fahren können. Insgesamt landete ich damit auf dem 22. Rang von 29 Startern und konnte imemrhin zwei Profis hinter mir lassen.
Dass ich ganz gut unterwegs war, zeigt auch der Zeitenvergleich mit Thomas Schweiger: Er nahm mir 1:29 Minuten ab, was für diese Distanz im Vergleich zu früheren Jahren gut für mich ist. Auf den Sieger Andreas Graf betrug mein Rückstand allerdings schon ganze 3:22 Minuten. Interessant war übrigens auch der Zeitenvergleich mit den Frauen: WM-Medaillengewinnerin Christiane Soeder war gerade einmal 18 Sekunden schneller.
(Foto von Carolyn Friesl; Archivbild aus Karbach 2010)
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