Festina Chrono – des war nit guad!
Das erste Zeitfahren des Jahres ist immer etwas besonderes. Man bekommt einen richtigen Eindruck vom persönlichen Leistungsstand und weiß, an was es noch alles zu arbeiten gilt. In Hinblick auf die Bayerischen Meisterschaften in zwei Wochen nahm ich deshalb mit Karl Kolbeck vom RC Concordia den weiten Weg ins österreichische Schwanenstadt auf mich, um dort schon einmal TT-Luft zu schnuppern.
Leider lief es überhaupt nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Die 13,4 Kilometer lange Strecke war gerade mit dem schweren, bis zu 15 Prozent steilen, Anstieg zu Beginn eine echte Herausforderung. Nicht unbedingt für mich selber sondern eher für meinen Umwerfer: Schon auf der kurzen Geraden vor dem Berg bekam ich die Kette einfach nicht auf’s große Blatt. Aufwärts war mir das natürlich erstmal egal, aber auf der folgenden schnellen Passage musste ich wieder damit kämpfen, den (beim Warmfahren perfekt funktionierenden) Umwerfer in Gang zu bekommen.
Und diese Prozedur dauerte. Erst nach dem dritten Kilometer funktionierte das Teil. Allerdings war da meine Motivaton natürlich im Keller. Ich versuchte zwar mich wieder auf’s Rennen zu konzentrieren, allerdings kam ich nicht so recht in Schwung. Erst in der zweiten Hälfte des Kurses kam ich in Tritt – und als ich das Gefühl hatte, schnell zu werden, war der Spaß auch schon wieder vorbei. Damn!
Am Ende reichte meine Leistung nur zum 21. Platz im stark besetzten Elite-Feld. Karl, der trotz wenigen Trainings überraschend gut fuhr, landete vier Sekunden hinter mir auf dem 22. Rang. Auf den Sieger Gregor Gazvoda (mehrfacher WM-Telnehmer bei den Profis) hatte ich mit meiner Zeit von 19:20 Minuten ganze 1:50 Minuten Rückstand. Wieviel mich mein Umwerfer-Theater letztendlich gekostet hat, ist natürlich dumme Spekulation. Eine Zeit von 19:00 hätte ich mir aber definitiv zugetraut!
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