Schrobenhausen: Weiter im Aufwind
Etwas auferegt war ich ja schon, als ich gemeinsam mit meinem Trainingspartner » Karl Kolbeck nach Schrobenhausen fuhr. Der dortige Straßenpreis solte mein erstes Lizenzrennen seit zwei Jahren sein. Mein Ziel war deshalb, mich überhaupt erst einmal wider im Kreise der Amateur-Radsportler zurechtuzfinden. Mit Philipp Geisert (RC Concordia 86 München), Christoph Lösche und Chris Leiter (beide RSC Wolfratshausen) gingen weitere bekannte Gesicher an den Start.

Schon nach Runde eins merkte ich, dass das Ziel, das Rennen im Feld zu beenden kein Problem werden würde. Die Beine waren trotz vier intensiver Trainingstage zuvor gut. Was mir allerdings deutlich fehlte, war das Durchsetzungsvermögen im Feld – eine Sache die ich erst wieder lernen muss. Aus diesem Grund entschied ich mich relativ schnell, dass ich am Ende nicht in einem eventuellen Sprint mitmischen möchte.
Die dadurch zur Verfügung stehende Kraft investierte ich also in zwei sinnlose Attacken. In Runde zwei versuchte ich am Hinterrad von Andi Neumeier in eine Fluchtgruppe zu kommen – ohne Erfolg. Und im letzten Umlauf probierte ich es Solo. Nach 500 Metern war aber auch dieses Abenteuer vorbei. Es macht einfach keinen Sinn bei 50 km/h vom Feld wegzufahren – vor allem wenn der Wind von vorne kommt und es noch zehn Kilometer bis ins Ziel sind.

Nach meinem letzten Pseudo-Angriff lies ich mich im Feld zurückfallen. Erstaunt war ich dann schon, als dieses gerade einmal noch 60 Mann zählte. Ursprünglich waren wir mit einem 150 Fahrer starken Peloton gestartet. Und schnell kam mir das Rennen wirklich nicht vor.
Dass ich am Ende noch einmal auf Rang 35 vorgespült wurde, verdankte ich einem heftigen Massensturz, einem Kilometer vor dem Ziel. Leider waren auch Christoph Lösche und Karl Kolbeck darin verwickelt. Christoph brach sein Helm und Karl der Sattel – zusätzlich wurden beide um eine mögliche Platzierung gebracht.

Wie locker das Rennen war, entnahm ich am Ende der Auswertung meines Garmin Edge 705: Durchschnittspuls 173 zeugt nicht gerade von einer absoluten Ausbelastung. Mein Maximalpuls war allerdings sehr hoch: 206 Schläge hatte ich bei meiner Attacke in der letzten Runde – so hoch war ich seit vier Jahren nicht mehr gekommen.
- Rennbericht von Karl Kolbeck
- Rennbericht von Andi Rühlig
- Fotos von Carolyn Friesl
- Auswertung unter Garmin Connect
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