Problemloser Vorbereitungs-Wettkampf
Der zweite Lauf der Ismaninger Winterlaufserie stand für mich von Anfang an unter keinem guten Vorzeichen: Am Freitag hatte ich mit dem Penzberger Kellersprint ja schon eine harte Trainings-Einheit absolviert – und am Samstag nutzte ich das für Januar ungewohnt warme Wetter, um sowohl auf dem Rad (70 km) als auch zu Fuß (17 km) ausgiebig zu trainieren. Da die dreiteilige Ismaninger Winterlaufserie für mich nur zur Saison-Vorbereitung genutzt wird, war mir der Trainingseffekt eines intensiven Wochenendes deutlich wichtiger als das Ergebnis bei diesem 16,8 Kilometer langen -Lauf.

Dennoch lief es gar nicht einmal so schlecht: Bereits am Start war das Schweregefühl in meinen Beinen verschwunden; Dazu hatte ich überraschenderweise einen Pacemaker zur Verfügung: Daniel Sponsel lief mit mir zusammen den ersten Streckenabschnitt. 4.09 Minuten war seine geplante Kilometer-Zeit – und die hielt er fast auf die Sekunde genau bis zum Schluss durch. Um die Beine frei zu laufen, gingen wir etwas schneller an: Bei Kilometer eins standen 3.45 Minuten auf der Uhr und bei Kilometer zwei 7.45 Minuten. Mein Puls bewegte sich trotz dieser flotten Zeit noch immer im oberen Entwicklungsbereich (EB). Ein gutes Gefühl. Während andere Teilnehmer neben uns bereits am Röcheln waren, konnten wir uns teilweise noch unterhalten.
So liefen wir weiter bis Kilometer sechs. Dabei wurde ich aber langsam aber sicher unruhig: Wir fielen auf Daniels geplanten 4.09 Minuten-Schnitt ab und so verlor ich mein Ziel, eine Durchschnitts-Zeit von unter 4 Minuten pro Kilometer, immer mehr aus den Augen. Bei Kilometer sechs überholte uns Bernd Reindl. Er forderte mich auf, gemeinsam mit ihm weiter zu laufen – doch ich wollte noch abwarten. Zwar hatte ich mich bereits langsam von Daniel entfernt aber noch lief ich nicht mein volles Wettkampf-Tempo.

Mein Schnitt betrug am Ende zwar nur 4.01 Minuten pro Kilometer, aber meine Platzierung hatte ich im Vergleich zum ersten Lauf dennoch gesteigert. Vor allem im Bezug auf die harten vorherigen Trainingstage war ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Überraschend stark war erneut auch wieder die Teilnehmerzahl des RC Concordia. Insgesamt 14 Starter waren mit von der Partie. Dabei grub vor allem Wolfgang Schober eine beeindruckende Zeit in den Ismaninger Waldboden: Deutlich weniger als eine Stunde benötigte er für die 16,8 Kilometer. Man munkelt, dass Wolfgang demnächst die kenianische Staatsbürgerschaft erhält …
1. Lesoipa, Joram 00:54:23
15. Schober, Wolfgang 00:59:06 (7. M35)
60. Wimmer, Thomas 01:04:55 (8. M30)
98. Schmid, Michael 01:07:04 (24. M40)
104. Leder, Daniel 01:07:14 (12. MHK)
110. Müller-Schell, Werner 01:07:30 (14. MHK)
135. Reindl, Bernd 01:08:36 (32. M40)
173. Sponsel, Daniel 01:09:51 (42. M40)
199. Kolbeck, Karl 01:10:55 (23. MHK)
207. Albrecht, Christoph 01:11:09 (50. M35)
430. Albrecht Sebastian 01:18:24 (104. M40)
441. Pouwels, Melanie 01:18:43 (7. W30)
857. Marx. Thomas 01:29:18 (84. M50)
1088. Gebauer, Christian 01:37:19 (78. M30)
1092. Glasenapp, Inga 01:37:24 (22. W30)
…
1335. Falltermaier, Alexandra 02:06:01
Erst bei Kilometer neun holte ich Bernd langsam ein und bei Kilometer zehn – wir lagen mit unserer Durchgangszeit von 40.23 Minuten schon sehr weit hinter meinem Plan zurück – drehte ich schließlich voll auf: Nacheinander sammelte ich vor mir laufende Teilnehmer ein, schloss Lücken zu Gruppen und überholte sie. Ohne eine gleich schnelle Gruppe hatte ich aber keinen Schutz vor dem starken Gegenwind – und das kostete mich Kraft. Trotzdem wurde ich immer schneller und ab Kilometer zwölf sah ich Daniel Leder weit vor mir. Daniel hatte mich zusammen mit Thomas Wimmer schon bei Kilometer eins überholt und war bald aus meinem Blickfeld verschwunden. Ich gab alles, um ihn wieder einzuholen – und tatsächlich: Mit jedem Schritt knabberte ich ihm mehr von seinem großen Vorsprung ab. Bei Kilometer 15 stand meine Uhr auf 1.00.08 Stunden – ich hatte wieder etwas aufgeholt. Und einen Kilometer weiter war ich nicht einmal mehr acht Sekunden hinter Daniel. Jetzt war mein Motor aber leer. Auf dem letzten Kilometer bezahlte ich für meine Anstrengung, alleine Gegen den Wind vordere Gruppen zu überholen. Daniel konnte ich nicht mehr einholen. Ich verlor sogar noch etwas Zeit auf ihn. Schließlich überquerte ich nach 1.07.30 Stunden als 110. die Ziellinie.



