Zwölfter beim LBS-Cup in Empfingen
Zusammen mit Sascha Borgwardt und Christoph Lösche fuhr ich den weiten Weg zu meinem ersten Lizenzrennen auf deutschem Boden seit Ummendorf Anfang Juni. Wir trafen uns bereits um fünf Uhr morgens an einem Parkplatz bei Percha. Christoph übernahm mit seinem geräumigen Auto die Aufgabe des Fahrers, welche er in nicht einmal drei Stunden Fahrt souverän meisterte.

Nach meinen guten Resultaten in den letzten Wochen bei den Bergrennen in Österreich und Italien wollte ich meine Form auch bei einem Lizenzrennen beweisen. Leider machte mein rechtes Knie am Sehnenansatz ziemliche Probleme, so dass ich nicht sicher war, ob mir die lange Renndistanz (fast 92 Kilometer) entgegen kommen würde. Auf alle Fälle hatte ich damit schon einmal eine Ausrede, falls das Rennen schlecht laufen sollte. Christoph (Urlaub) und Sascha (Trainingsaufbau) hatten sich ebenfalls ihre Geschichten zurechtgelegt. Eine perfekte Rennvorbereitung also.
Etwa eine Stunde vor dem Rennstart trafen wir in Empfingen ein. Es blieb also genügend Zeit um die Startnummern abzuholen und die Rennstrecke zu besichtigen, welche ein sehr bergiges Streckenprofil aufwies. Der einzige flache Abschnitt war auf den ersten beiden Kilometern nach dem Start zu finden. Danach ging es auf eine kurvenreiche Abfahrt, welche direkt in den steilen Anstieg mit Steigungsspitzen von mehr als zehn Prozent hineinführte. Nach einer kurzen Erholungsphase zog sich der Anstieg mit etwas weniger Steigung weiter. Erst die Abfahrt hinunter in den Startort bot wieder etwas Erholung. Die Zielgerade war dann wieder ansteigend.
Am Start waren meine Knieprobleme Gott-sei-Dank wie weggeblasen. Und auch während dem Rennen spürte ich nichts mehr. Die ersten beiden der insgesamt 13 Runden wurden sehr flott gefahren. Ich hatte Zweifel, ob ich das Rennen überhaupt durchstehen konnte. Erst ab dem dritten Umlauf kam ich besser in Tritt. Das Feld der 238 Starter wurde schnell kleiner. Jede Runde fielen mehr Fahrer zurück. Auch ich musste in den Umläufen sieben, acht und zehn höllisch aufpassen, nicht aus der ersten Gruppe zu fallen. Sascha und Christoph halfen mir aber jede meiner Schwächephasen zu überstehen. Beide machten einen sehr starken Eindruck. In der vorletzten Runde reduzierte Sascha mit einer Tempoverschärfung die erste Gruppe auf rund 25 Fahrer. Ich konnte das sehr gut abschätzen, da ich gerade noch so als letzter den Anschluss halten konnte. Vorne gab es ein paar Ausreißer. Wieviele es waren wusste niemand im Feld so genau.
In der letzten Runde kam mein zwischenzeitlich verlorener Kampfgeist zurück. Ich fuhr im Feld wieder ganz nach vorne, um den letzten Anstieg in einer guten Position beginnen zu können. Christoph und Sascha waren knapp hinter mir, als in der Abfahrt plötzlich das bekannte Geräusch von stürzenden Fahrern das Peloton übertönte. Wer oder wieviele gefallen waren, sah ich nicht genau. Erst später erfuhr ich, dass Sascha durch den Sturz indirekt betroffen war und seine Platzierungsambitionen dadurch begraben wurden. Am letzten Anstieg attackierte jeder mit voller Kraft. Ich war schnell an meinem Limit, konnte aber einige Positionen gewinnen und zusammen mit einem anderen Fahrer mich von meiner Gruppe absetzen. Später schlossen zwei weitere Fahrer auf. Mit der Gewissheit auf eine Top15-Position rasten wir zu viert auf Empfingen zu. Meine Kräfte waren mittlerweile restlos erschöpft. Als guter Sprinter war ich bisher eher selten aufgefallen und rechnete mir somit im Schlussspurt nicht viel aus. In der letzten Kurve schob ich mich noch einmal auf Platz zwei. Ich gab alles, aber es kam was kommen musste. Nacheinander fuhren die anderen an mir vorbei und ich landete schließlich auf Rang zwölf. Die erste richtige Platzierung war somit zwar verfehlt, aber dafür hat das Rennen gezeigt, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist. Wie sehr ich am Limit war, zeigt die folgende Pulskurve:

Christoph fuhr am letzten Berg alleine zwischen zwei größeren Gruppen dem Ziel entgegen und wurde schließlich 28.. Sascha kam durch sein Debakel leider nciht mehr in die Wertung und war sehr enttäuscht. Aber auch bei ihm ist es nur noch eine Frage der Zeit!
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