EZF Percha-Forstenried: Beim Saisonauftakt ist nur Schober schneller

Alle Jahre wieder beginnt Ende April die Saison der berüchtigten Einzelzeitfahren im Münchner Süden. Wie im letzten Jahr veranstaltete der RC Concordia 1986 München den Auftakt der Prüfungen gegen die Uhr. Zu dieser frühen Jahreszeit will natürlich jeder ambitionierte Rennradfahrer herausfinden, wie gut seine Saisonvorbereitung wirklich war und wo seine Leistung im direkten Rennvergleich einzuorden ist. Daher war bei den am Freitag herrschenden Witterungsbedingungen, welche mit 20° Celsius und blauem Himmel nahezu ideal waren, die hohe Anzahl von 41 Startern nicht überraschend. Neben Seriensieger Wolfgang Schober trugen sich mit Daniel Wiedenmann, Philipp Geisert und Florian Carda ebenfalls starke Namen in die Starterliste ein.

Hohe Erwartungen hatte ich persönlich nicht. Der Grund hierfür lag nicht nur an meiner ungewissen Form (der Sieg in Italien war schön und gut, aber realistisch eingeschätzt doch nur ein Geschenk des RC Concordia…), sondern auch an der ein oder anderen Panne, die mich in der Rennvorbereitung ereilte. So konnte ich nur Dank der Hilfe von meinen Freunden Sabine und Uwe auf ein Aero-Vorderrad zurückgreifen. Normalerweise ist so etwas nicht wichtig, aber wer mich besser kennt, der weiß, dass ich bei chaotischer Rennvorbereitung in eine entsetzliche Hektik verfalle, welche am Ende nicht gerade förderlich für meine Leistung ist. Und genau diese Hektik kam kurz vor dem Start auch bei mir auf. Um mein Glück perfekt zu machen fielen noch die Geschwindigkeits- und Herzfrequenzfunktionen meines Fahrradcomputers aus, was ich allerdings erst nach meinem Rennbeginn registrierte.

Es galt von Percha aus eine Strecke von 11,8 Kilometern auf der Olympiastraße bis kurz vor Forstenried zurückzulegen. Der erste Teil führte bis Wangen nur bergauf. Ich tat mich schwer auf diesem ersten Abschnitt. Nicht nur das Finden des richtigen Tritts, sondern auch ein sich auflösendes Lenkerband und mein schlecht sitzender Zeitfahrhelm bereiteten mir Probleme. Ab Wangen ging es mir langsam besser. Die restlichen acht Kilometer ins Ziel führten immer leicht bergab an der Garmischer Autobahn entlang. Zwar fand ich meinen gewünschten Rythmus immer noch nicht, aber ich konnte beständig einen hohen Gang treten (für die Spezialisten: Ich wechselte zwischen 53/11 und 53/12). Es muss für die mich filmenden Sabine und Uwe wirklich schäußlich ausgesehen haben, wie ich mit einer Trittfrequenz von 70 dem Ziel entgegenwürgte. Dafür war es aber recht wirkungsvoll.

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Saisonauftakt 2007 auf der Olympiastraße (Foto: Hägele)

Ich überholte bei Kilometer neun den vor mir gestarteten Karl Kolbeck und hätte auf der Zielline fast auch noch Thomas Wimmer eingeholt, der sogar zwei Minuten vor mir gestartet war. Wie schnell oder wie langsam ich gewesen war, konnte ich nicht einschätzen. Es fühlte sich auf dem Rad nicht sonderlich rund an. Vor allem auf den letzten Kilometern wäre ich am liebsten abgestiegen. Das Überfahren der Ziellinie war wie eine Erlösung.

Die Bekanntgabe meiner gefahrenen Zeit aber auch: mit 15:40 Minuten und einem Schnitt von knapp über 45 Km/h hatte ich die bisherige Bestzeit gefahren. Nun hieß es warten. Immer mehr Fahrer kamen ins Ziel, aber keiner konnte meine Zeit unterbieten. Einzig Wolfgang Schober fuhr mit 14:58 Minuten ein ganzes Stück schneller. Und als mit Christian Sacher der letzte Fahrer den Zielsstrich überquerte war mein zweiter Platz Gewissheit.

Die meisten Fahrer bezogen die Positionen, die sie auch im letzten Jahr bezogen hatten. Mein Abstand zu Wolfgang Schober ist mit 42 Sekunden und umgerechneten 3,5 Sekunden pro Rennkilometer natürlich sehr groß. Aber mit weniger Pannen vor und während dem Rennen, mit etwas besserer Form und mehr Biss ist es vielleicht möglich, den Abstand im Laufe des Jahres zu halbieren. Wir sehen uns Wolfgang ;-)

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