Giro delle Dolomiti – das Aha-Erlebnis am Berg
Samstag, 29. Juli 2006 – Die Anreise
Gemeinsam mit Jörg Herdegen vom befreundeten TSV Perchting-Hadorf fuhr ich am Samstag Nachmittag hinunter nach Italien, um an der 30. Jubiläumsausgabe des Giro delle Dolomititeilzunehmen. Wir wohnten während dieser Woche (fast jede Etappe startete in Bozen) in der Pension “Altmeitingerhof” in Terlan, circa zehn Kilometer von Bozen entfernt. Ich startete bei dieser Rundfahrt für den RC Concordia 1986 München. Insgesamt 26 Concordianer nahmen teil und so bildeten wir in dem über 900 Fahrer großen Teilnehmerfeld doch eine kleine, gut auszumachende, Truppe.
Sonntag, 30. Juli 2006 – 1. Etappe (Passo Mendola)
Ich war sehr gespannt, wie dieses Rennen ablaufen würde. Die Zeitnahme des Tages fiel auf den Mendelpass. Ich war diesen Berg, wie übrigens auch alle anderen Pässe des diesjährigen Giro (mit Ausnahme des Passo Pordoi und des Grödnerjochs), noch nie gefahren und daher konnte ich mich mir meine Kräfte nur nach Gefühl einteilen. Dennoch hatte ich mir gerade für den Mendelpass einiges vorgenommen.
Vom Profil her kam dieser mir nämlich sehr entgegen: Nie steiler als acht Prozent und im Schnitt gerade einmal sechs Prozentmit vielen flacheren Abschnitten. Als richtungsweisendes Hinterrad hatte ich mir Christoph Albrecht ausgesucht, der im letzen Jahr als 62. der Gesamtwertung bester Concordianer wurde. Gemeinsam mit ihm fuhr ich die ersten beiden Kilometer.
Christoph schlug ein sehr scharfes Tempo an, bei welchem ich mir nicht sicher war, ob ich es bis oben halten könnte. Wir überholten zahlreiche Fahrer, die alle deutlich langsamer als wir waren. Nach zwei Kilometern übernahm ich die Führungsarbeit, um ihm ein mir angenehmes Tempo vorzugeben. Wie aus dem nichts schoss aber an uns beiden Thomas “Thomson” Wimmer vorbei, an den ich mich natürlich (ich wollte ja die vereinsinterne Wertung gewinnen) sofort ans Hinterrad hängte. So fuhren wir vielleicht 500 Meter, bis Thomson langsamer wurde und ich vorbei ging.
Von nun an fuhr ich mein Tempo weiter und der Abstand zu den beiden anderen wuchs immer weiter. Ich überholte auch mehr und mehr andere Fahrer, was mich natürlich sehr motivierte. Nach sieben Kilometern allerdings fühlte ich mich schon sehr ausgebrannt. Jeder Tritt schmerzte und ich überholte auch kaum noch Fahrer. Gemeinsam mit einem stilistisch nicht sehr schön fahrenden Südtiroler (er fuhr noch schwankender und unrhythmischer, als früher Richard Virenque) fuhr ich Kehre für Kehre nach oben.
Er fuhr in den steilen Abschnitten immer wieder einen Abstand zu mir heraus, welchen ich in den Kehren wieder gut machte (in Italien lernt man es scheinbar nicht, den Schwung der Kehren auszunutzen. Ein Phänomen, welches mir auf den nächsten Etappen noch öfters aufgefallen ist). Erst am letzten Kilometer hängte er mich ab. Ich rettete mich knapp dahinter und völlig fertig über die Ziellinie. Meine Zeit von 45’47” Minuten bedeutete den 36. Platz von auf dieser Etappe über 700 gestarteten Fahrern.
Damit hatte ich mein Ziel von einer Top50-Etappenplatzierung deutlich erreicht und gleichzeitig auch den ersten Platz in der vereinsinternen Wertung erreicht. Der weitere Verlauf der Etappe gestaltete sich angenehm ruhig. Das Gampen Joch gondelten wir ganz gemächlich hoch und auch die Abfahrt wurde sehr langsam gefahren. Einzige Schwierigkeit war die Hitze, welche sich bei Bozen natürlich sehr staute.
Montag, 31. Juli 2006 – 2. Etappe (Passo Erbe)
Mit ziemlich schweren Beinen stieg ich am Morgen aus dem Bett. Der Kraftakt am Mendelpass hatte deutlich seine Spuren hinterlassen und ich war mir nicht sehr sicher, ob ich die heutige Etappe gut überstehen würde. Dazu kam noch, dass die Etappendistanz von den Organisatoren auf über 170 Kilometer verlängert wurde. Da bei uns Concordianern ja noch die Hin- und Rückfahrt nach Terlan dazu kamen, sollten am Ende über 200 Tageskilometer zusammengekommen sein. Eine Distanz, welche meinen bisherigen Langstreckenrekord um 30 Kilometer schlug.
Die Etappe wurde bis zur Zeitmessung am Würzjoch so langsam, wie nur möglich bestritten. Es waren bis dort immerhin knappe 2.000 Höhenmeter zu bewältigen. Ich kam zwar mit guten Beinen über das Grödnerjoch, doch beging ich einen schweren Fehler und ließ mich von dem langsamen Tempo völlig einlullen. Und als es dann schließlich mit einem Affenzahn in das Würzjoch hinein ging, hatte ich folglich große Schwierigkeiten meinen Körper auf “Wettkampf” umzustellen.
Gemeinsam mit Frank Schouren fuhr ich die ersten Kilometer, bis ich mich von ihm absetzen konnte und zu Tobias Hürter, der mich gleich zu Beginn überholt hatte, aufschließen konnte. Mit ihm fuhr ich weiter, aber ich merkte bald, dass ich überzogen hatte. Plötzlich rief von hinten Frank, der schon fast wieder aufgeschlossen hatte: “Werner, pass auf und überzieh nicht”. Er sagte das so locker, dass ich, voll am Anschlag, total die Moral verlor.
Ich rettete mich am Hinterrad von Frank und Tobias in die drei Kilometer lange Zwischenabfahrt, welche wir in einem Höllentempo zurücklegten. In der letzten Kehre musste ich die beiden ziehen lassen und konnte auch am beginnenden Schlussanstieg den Rückstand nicht mehr schließen. Es waren noch fünf Kilometer bis ins Ziel, als der Mann mit dem Hammer kam:
Lange noch hatte ich Frank und Tobias nur knapp vor mir gesehen, aber nun brach ich komplett ein. Zudem setzten noch Regenschauer ein. Jeder Meter wurde zur Qual und ich verlor immer mehr Zeit. In meinem Kampf merkte ich nicht einmal, wie ich Giuliano Adrena- äh Anderlini, den gestrigen Sieger, überholte. Er stieg mit angeblichem Fieber aus… Nun überholten mich auch wieder Fahrer, die schon zu Beginn abgehängt hatte.
Ich fragte verzweifelt, wie weit es noch sei, erhielt aber keine Antwort. Als Höchstbestrafung überholte mich einen Kilometer vor dem Ziel noch ein norwegischer Jugendfahrer, der sich sogar noch drei mal richtig provozierend nach mir umdrehte. “Hägar”, wie er forthin genannt wurde, bekam seine Rache aber noch
. Gott-sei-Dank war bald das Ziel erreicht. Ich hatte noch über zwei Minuten auf Tobias und Frank verloren. Mein schlechtester Tag!
In der Gesamtwertung war ich nun auf den 42. Rang abgerutscht. Die Sensation des Tages war Thompson, der sich mit dem 26. Platz auf der Etappe auf den 32. Gesamtrang vorarbeitete. Mehr als sieben Grad hatte es auf der Passhöhe nicht. Darum schlangen wir alle so schnell, wie nur möglich, unser Mittagessen hinunter und begaben uns noch vor den offiziellen Begleitfahrzeugen auf die lange Abfahrt. Dort fanden wir eine schöne Almhütte, bei der wir uns etwas zu trinken genehmigten, bis der Giro uns wieder einholte.
Von nun an ging es im Schneckentempo hinter dem Führungsfahrzeug nach Bozen. Da ich noch nie weiter als 170 Kilometer am Stück geradelt war, merkte ich meine Beine schon gut. Das Stück bis Bozen zog sich in die Länge, wie die am Abend vertilgten Spaghetti. Diese hatten wir uns nach den 200 Kilometern mit über 3.000 Höhenmetern aber echt verdient!
Dienstag, 1. August 2006 – 3. Etappe (Passo Stelvio)
Nach dem gestrigen Einbruch war ich für die heutige Etappe nicht sehr zuversichtlich. Die Beine waren trotz einer sehr angenehmen Horsts Traummassage vom Vorabend immer noch bleischwer. Also versuchte ich mich über andere Wege fit zu machen: Da es wie aus Eimern schüttete, motivierte ich mich damit, dass alle anderen dadurch mental nicht so gut drauf seien. Der Regen brachte auch viele Teilnehmer dazu, nicht am Start zu stehen (-> Christoph
. Zudem haute ich mir auf der Hinfahrt noch drei Red Bull rein, was Jörg nur mit einem Kopfschütteln quittierte.
Genau rechtzeitig zum Start hörte der Regen auf und die Straße trocknete ab. Da ich den „Stelvio“ noch nie gefahren war und schon viele Schauergeschichten über die perverse Länge und Anzahl an Kehren gehört hatte, versuchte ich eine völlig neue Art einen Pass zu fahren. im Gegensatz zum Mendel und Würzjoch knallte ich nicht unten voll rein, oder versuchte gar mit Tobias und ähnlichen mitzugehen. Bis Trafoi fuhr ich ganz locker mein Tempo, bis mich Frank Schouren überholte.
Er verringerte ein bisschen sein Tempo und gemeinsam fuhren wir bis zum Waldausgang zusammen. Dort musste Frank, der nach Trafoi eigentlich noch mich gezogen hatte, abreißen lassen. Da ich durch den langsamen Beginn viel Kraft gespart hatte, flog ich nun förmlich die Kehren hinauf, überholte etliche Teilnehmer und genoss den Ausblick auf den Gletscher.
Fünf Kilometer vor dem Ziel sah ich besagten norwegischen Jugendfahrer vom Vortag wieder. Ich schloss sehr schnell zu Hägar und seiner Gruppe auf und konnte es mir im Vorbeifahren nicht verkneifen, ihn ein bisserl zu verarschen (“Auf
gehts, is’ nimmer weit”
. Die letzten Kilometer fuhr ich mit 39/23 und 39/21 und konnte so noch einmal richtig Zeit gutmachen.
Auf Frank hatte ich, als ich mit geballter Faust über den Zielstrich fuhr, über vier Minuten rausgefahren. Sehr stark waren auch Tobias und Thompson gefahren, die knapp vor mir gelandet waren. Die Concordia-Fahrer machten nun erstmals die Top30 der Gesamtwertung unsicher!
Mittwoch, 2. August 2006 – Ruhetag
Der Ruhetag kam wie gerufen. Die drei Etappen waren mir schon gut in die Beine gekrochen und ich fühlte mich, als würde kein Blut, sondern nur mehr Laktat durch meine Adern fließen. Ich schlief richtig schön aus. Erst gegen Mittag setzte ich mich aufs Rad und radelte mit Jörg zur Messe nach Bozen, um die Ergebnisse der gestrigen Stelvio-Etappe zu begutachten.
Danach war erstmal ein ausgedehntes Mittagsschläfchen angesagt, bis wir alle gemeinsam noch einmal zur Messe fuhren, um der ruhetäglichen Pasta-Party beizuwohnen. Von Party konnte allerdings keine Rede sein, da sich jeder nur seine Nudeln abholte und ging. Einzig Frank schenkte seinem von den bisherigen Etappen geschundenem Körper ein Zuckerl in Form einer Physiotherapien/Massage
Donnerstag, 3. August 2006 – 4. Etappe (Passo Fedaia)
Wenn man das reine Profil betrachtet, wohl die Königsetappe des Giro delle Dolomiti 2006. Allerdings machte dem Veranstalter der Wettergott einen Strich durch die Rechnung. Es wäre wohl unmöglich gewesen, die Etappe bei den herrschenden, sehr widrigen, Bedingungen (Strömender Regen, 10 Grad in Canazei) stattfinden zu lassen.
Allerdings war man sich nicht sicher, wie man nun überhaupt verfahren würde. Der Start wurde erst einmal um eine Stunde nach hinten verlegt und schließlich beschloss man, da sich das Wetter sogar noch verschlechterte, nur den Passo Fedaia zu fahren und auch dort die Zeitmessung des Tages zu nehmen. Diese Entscheidung kam mir sehr entgegen: Da sich bei diesem Wetter auch keiner warmfahren konnte, gingen alle total kalt in den Berg.
Zudem war ich einer der Wenigen, die sich auf den Regen freuten (Ich mag dieses elendige Nass selbstverständlich auch nicht, aber die dadurch verursachte schlechte Motivation der meisten anderen Teilnehmer, muss
man doch zu seinem Profit machen…). Es sollte mein Tag werden. Am Hinterrad von Thomas Wimmer ging in die ersten flachen Kehren.
Wir fuhren ein irrwitziges Tempo, welches mir fast schon zu hoch war. Aber eben nur fast und somit war
Thomsons harter Angang der perfekte “Popovych” für mich. Nach vier Kilometern übernahm ich die
Führung und trat mein Tempo den Berg hinauf. Ich konnte viele Teilnehmer überholen, aber dennoch
kam es mir nicht sehr schnell vor, was ich da fabrizierte: Trittfrequenz um 70 und irgendwie würgend.
Ich war wohl einen Tick zu schnell angegangen. Irgendwie kam ich aber doch den Berg hoch und als ich aus der letzten Galerie wieder ins vom regen getrübte Licht fuhr, realisierte ich erst, dass ich die Passhöhe bereits erreicht hatte, es aber noch drei Kilometer bis ins Ziel waren. Drei Kilometer flaches Einzelzeitfahren, gegen den Wind und den ins Gesicht peitschenden Regen.
Ich drückte meinen höchsten Gang, 53/13, die komplette Distanz durch und überholte zahlreiche Fahrer. Die kleinen
Italiener haben es unter solchen Bedingungen aber auch nicht leicht, wenn sie sich von Straßenmarkierung zu Straßenmarkierung hangeln. Alle Fahrer, die es versuchten, sich in meinen Windschatten zu hängen, gaben nach kurzer Zeit auf. Ich flog förmlich in Richtung Ziel und sogar harmonierende Gruppen überholte ich mit fünf Km/h mehr… Noch ein Kilometer.
Nur ein einziger Italiener schaffte es, sich in meinen Windschatten zu hängen und diese “Sau” wollte mich dann doch glatt noch vorm Ziel übersprinten. Erst lutschen und dann aussprinten…Nix da! Nebeneinander flogen wir auf den schmalen Zielteppich zu. Der war so schmal, dass wir beide nie nebeneinander hindurch passen würden. Also hab ich ihn erst einmal dick abgedrängt. Strafe muss sein
.
Nach der Etappe – Jörg und ich waren bereits wieder zu Hause – war die Überraschung groß: Ich war Elfter der Etappe geworden, schrieb mit Dolores per SMS. Dieser elfte Rang katapultierte mich nicht nur in der Gesamtwertung wieder nach vorne, sondern zeigte mir auch, dass ich das Zeug dazu habe, an langen Bergen mit den “Guten” mitzuhalten. Am Abend hatte ich auch keine Massagen oder sonstiges mehr nötig, da ich mich sehr gut fühlte. Je länger der Giro dauerte, desto besser ging es.
Freitag, 4. August 2006 – 5. Etappe (Gardeccia)
Nach dem starken Resultat vom Vortag, war ich natürlich gespannt, ob dies nur ein Zufallstreffer war, oder ob ich auch an den letzten beiden Tagen vorne reinfahren könne. Die fünfte Etappe würde wohldie letzte Entscheidung in Sachen Gesamtwertung bringen: Der Anstieg zur Gardeccia-Hütte war bis zu 20 Prozent steil. Wer hier einen schlechten Tag erwischt, wird einige Plätze in der Gesamtwertung abgeben müssen.
Die Etappe begann recht locker. Bei bedecktem Himmel und kühlen Temperaturen ging es gesittet den ersten Berg des Tages, den Passo S. Lugano, hinauf. Ich konnte es mir dieses Mal nicht nehmen lassen, direkt hinter dem Führungsfahrzeug zu fahren. Meinen Puls brachte ich aber nie in höhere Regionen. Viel mehr stand ich auf der Bremse, so langsam fuhren uns die Organisatoren vor der Nase herum.
Erst nach der ersten Verpflegungstation – mittlerweile war es “arschkalt” – ging es schneller voran. Und als die Zeitmessung des Tages nahte, wurde ein richtiges Rennen zum Start eröffnet. Jeder wollte als erster in den Anstieg hinein fahren, um ja nicht durch absteigende oder gar schiebende Fahrer behindert zu werden. Ich begann des Berg gemeinsam mit Thomas Janz von Eurosport.
Die Hinterräder der Favoriten Cassasa und co. hatte ich längst verloren. Gut fühlte ich mich nicht. Ich wuchtete einen hohen Gang mit niedrigster Trittfrequenz in die erste Rampe. Trotzdem überholte ich ständig andere Fahrer. So hangelte ich mich von Hinterrad zu Hinterrad, bis der schwierigste Teil des Anstieges, die 20 Prozent-Rampe, anstand.
Hier wurde ich zwar von einem Konkurrenten überholt, aber dennoch konnte ich meinen Rhythmus und Gang (39/25) weiter wuchten. Die letzten 200 Meter rette ich mich nur noch ins Ziel, so kaputt war ich. Dort fiel ich sprichwörtlich erst einmal um und nachdem ich den Zielrichtern klargemacht hatte, dass ich keinen Notarzt bräuchte (ohne Scherz!) war ich glücklich die letzte schwierige Etappe des Giro hinter mich gebracht zu haben.
Beim Mittagessen feierten wir dann schon ein bisschen vor und köpften die ein oder andere Flasche Wein, was von den anderen Teilnehmern teils mit Neid, teils mit Kopfschütteln quittiert wurde
. Leider verpassten wir hier auch die schnelle Gruppe, so dass wir uns quälend langsam mit dem Gruppetto in Richtung Ziel bewegten. Dort gab es dann eine dicke Überraschung: Ich war 14. geworden und hatte somit meine Vortagesleistung bestätigt.
Zur “Belohnung” kam Martl abends zu mir und lieh mir für die letzte Etappe seine Lightweight-Laufräder. Die sind nicht nur genial, sondern sehen an meinem Rad auch noch megageil aus *träum*. In der Gesamtwertung verbesserte ich mich weiter auf den 26. Platz. Nur noch 20 Sekunden fehlten jetzt auf den viel schöner anzusehenden 25.
Rang. Diese sollten am morgigen Tag aufzuholen sein.
Samstag, 5. August 2006 – 6. Etappe (Appiano)
Heute wollte ich es wissen: Ausgerüstet mit Martls Lightweight-Laufrädern, ganz ohne lästiges Flickzeug und mit meinem Zeitfahranzug ausgestattet ging ich das Unternehmen “Eroberung des 25. Gesamtranges” an. Die Strecke war mit ihrer Kürze und der eher flacheren Steigung perfekt auf mich zugeschnitten.
Von Anfang an hielt ich mich weit vorne im Feld, so dass ich gemeinsam mit den Favoriten in die Steigung fahren konnte. Dies gelang mir auch. Ich wurde zwar ziemlich von dem direkten Hineinfahren überrascht, konnte mich aber sehr schnell an die Hinterräder von Cassasa und Zelger (dem späteren Gesamtsieger) kleben. Die beiden schlugen ein Höllentempo an, von dem mir klar war, dass ich es nicht lange halten könnte. Dennoch blieb ich dran und als ich mich nach 800 Metern umdrehte, waren wir zu Dritt alleine vor dem Feld.
Leider musste ich jetzt schon abreißen lassen. Ich blieb aber konstant in der Gruppe dahinter, auch wenn ich schon ziemlich zu beißen hatte. 500 Meter vor dem Ziel lag ich noch an fünfter Position, bis ich etwas durchgereicht wurde. Ich war mittlerweile komplett erschöpft. Erst im Zielspurt konnte ich noch ein paar Kräfte mobilisieren und unter anderem Herrn Zelger auf Distanz halten.
Ich war total kaputt. In der Tageswertung erreichte ich erneut den 14. Rang. Allerdings wäre mit einer besseren Kräfteeinteilung viel mehr drin gewesen. Meinen 25. Gesamtplatz holte ich mir trotzdem. Meinem Konkurrenten hatte ich über 40 Sekunden abgenommen und damit mein Ziel erreicht. Die restliche Etappe war nur noch Spaß. Bei wunderschönem, heißem Wetter fuhren wir die Südtiroler Weinstraße einmal rauf und runter. Im Feld ging es nur noch flach dahin.
Nach der mittäglichen Pasta-Party fuhren Jörg und ich gleich ins Hotel, um zusammenzupacken. Nach dem dies und die Bezahlung (mit etwas Schwierigkeiten) erledigt waren, legten wir noch einen – wie ich meine – verdienten Zwischenstopp bei McDonalds ein, bis wir bei der Siegerehrung auf die anderen Concordianer trafen.
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